Bruchklingen

Laros Goldmähne

  Laros Goldmähne

Plünderer, Mörder, Betrüger und Dieb... all das sind Bezeichnung, die wohl zu Recht gesprochen werden.

Schon als er sich noch nicht einmal der Welt um sich herum bewusst war, wurde er den Eltern entrissen. Es handelte sich dabei um eine einfache Khajiit-Karawane, wie man sie so häufig auf den Straßen zu finden vermag. Sie waren weder sonderlich reich, noch hatten sie viel Erfolg von Ort zu Ort zu gelangen, ohne dabei gut ein Viertel der Waren zu verlieren. Die Karawanenwächter waren jung, unerfahren und dementsprechend nicht wirklich für längere Reisen gemacht.

Aber die Not zwang sie dazu, trozdem in die Welt hinaus zu ziehen und ihr Glück zu versuchen. Einige Monate kam man vorran, schaffte es sogar über die Grenzen Glenumbras zu gelangen, bis man von einer Gruppierung Banditen überfallen wurde. Sie töteten die unerfahrenen Wachen mit Leichtigkeit und noch einfacher war es für sie, die wehrlosen Händler einen nach dem anderen zu töten. Selbstverständlich lies man die anderen dabei zusehen und versprach ihnen, dass man aufhören würde, wenn sie alles hergaben, was sie transportierten, selbst die bestverstecktesten Waren.

Das Resultat bewies nur, dass die Versprechen leer waren. Das jüngste Mitglied der Karawane, ein Khajiit-Säugling, warf man vor den Augen der Eltern in einen Fluss, wo man es dem Ertrinken überlassen wollte.

Stunden nach dem blutigen Überfall auf die Karawane fand ein junger Bretone den Säugling weiter entfernt am Flussufer, wo man ihn auch gleich aus dem Wasser holte und feststellte, dass er noch immer am Leben war. Man brachte ihn zur nahegelegensten Stadt: Dolchsturz.

Dort verpflegte man den angeschlagenen Säugling, peppelte ihn auf und gab ihn sogar einen Namen: Laros.

Mit den Jahren entwickelte sich der Khajiit zu einen kräftigen Jungen, welcher schon bald in der Sägemühle aushalf.

Dies endete jedoch sehr früh, als man ihn die Schuld für einen schwerwiegenden Diebstahl
zuschob. Er wusste, dass man nur zu gern die einfache Variante wählen würde, statt nach handfesten Beweisen zu suchen und so verkroch er sich in die Gassen, wo er sich erst als Bettler, später jedoch als Betrüger und Dieb durchschlagen musste.

Dies ging ungefähr 3 Jahre gut, bis er sich gezwungen sah, die Stadt zu verlassen, bevor die Stadtwache ihn fassen würde.

Und so rannte er... und rannte, genau in die Arme einer rauen Banditengruppe aus Bretonen, Rothwardonen, Nord und Orks.
Man nahm ihn gefangen und überlies ihn die Drecksarbeit, bis er sich über die Zeit als nützlicher erweisen konnte.
Kaum hatte man das Interesse des Anführers, einen grausamen Rothwardonen, geweckt, wurde man schnell als vollwertiges Mitglied anerkannt. So durfte man beim Plündern zugreifen, durfte sich an ansehlichen Gefangenen sattsehen und heiter vor brennenden Hütten den Krug erheben.

Es waren viele Jahre, welche man zusammen verbrachte und man entwickelte eine gewisse Verbindng zu jener Gruppe, die ihn eine sichere Zukunft versprach. Besonderen Gefallen fand man allerdings an einem muskulösen Ork und einer jungen Rothwardonin.

Der Ork, Fels genannt, ohne Zweifel der Standhafteste der ganzen Gruppe, deckte Laros oft den Rücken und lehrte ihn den Umgang mit einem Schild.
Zwischen ihnen entstand mit der Zeit und einigen, gemeinsam gehobenen, Krügen am Lagerfeuer eine Freundschaft, für die er wohl durchs Feuer gegangen wäre. Fels schenkte Laros, als Zeichen der Freundschaft, eine Halskette, geschmiedet aus robusten Orkstahl.
An jener Kette hing ein seltsamer Stein, welcher ein schwaches Licht ausstrahlte.

Die Rothwardonin, Zara genannt, hübsch, clever und kurvenreich, war äußerst geschickt mit dem Schwert und lehrte Laros viele Techniken, ein solches zu führen.
Wie genau es zwischen ihnen stand, war ihnen wohl nie wirklich bewusst gewesen. Waren sie einfach nur Freunde? War es mehr? Man wird es wohl nie erfahren.

Als die Allianz des Bündnisses an Stärke gewann, begannen sie damit, die Straßen und Wildnis von Banditen zu säubern. Sehr zu Ungunsten der Gruppe.
Aus der wachsenden Bedrängnis heraus erbat Laros ein Gespräch mit dem Anführer, um eine Lösung für dieses Problem zu finden. Doch dieser lachte nur darüber, meinte, dass man sich um das Bündnis keine Sorgen machen müsste, dass sie schwach wären und keine Gefahr darstellten.
Doch, wie es oft der Hochmut fordert, lag er falsch. Der erste Angriff des Bündnis folgte schon eine Woche später und forderte blutigen Tribut. Viele Banditen starben, daunter auch Zara, um deren Verlust man wohl am stärksten trauerte.
Man schlug die Angreifer zwar zurück, doch drängte es die Gruppe in die Enge.

Verkrochen in einer Höhle forderte Laros erneut, sich mit dem Anführer zu besprechen, doch dieser wollte nichts hören, war davon überzeugt, dass man keine anderen Methoden brauchen würde, um zu überleben. Als der zweite Angriff des Bündnisses auch Fels zu Boden streckte, schnappte sich Laros, voller Wut, Schild und Schwert und trat dem Anführer gegenüber mit der Wahl, ihm das Kommando freiwillig zu überlassen, oder es in einem fairen Duell auf Leben und Tod zu fordern.

Es war ein langer Kampf, welchen Laros zu verlieren schien.
Doch als man sich ein letztes Mal aufbäumte, erfüllt von Verzweiflung und dem Wunsch nach Rache für seine gefallenen Freunde, erstrahlte er in einem grellen Licht, gewann an neuer Kraft und streckte seinen Gegner zu Boden.
Die verbliebenen Söldner starrten, voller Entsetzen, ihrem neuen Anführer entgegen.
Woher er diese plötzliche Kraft hatte, weiß er nicht, vermutet jedoch, dass es etwas mit der Halskette zu tun haben muss, welche ihm Fels einst schenkte. Der Stein, welcher sie zierte, war seit jenem Tag verschwunden. Ob Laros die Energien des Steins in sich aufgenommen hat, oder ob er einfach nur während des Kampfes zerbrochen und verloren gegangen ist, wurde nie geklärt.
Lediglich die Kette, nun ohne Stein, trägt Laros selbst heute noch um seinen Hals.
Ebenso schien er seit jenem Tag in der Lage zu sein, magisches Licht zu bündeln und als Waffe zu gebrauchen. Es war anfangs nur schwach, doch mit der Zeit lernte man die neuerlangte Gabe zu nutzen, auch wenn er sich schwer tut, dies zu zeigen.

Schon wenige Tage nach diesem Ereignis stellte sich Laros den Wachen, zusammen mit seinen restlichen Männern. Das Urteil sollte der Tod durch das Fallbeil sein, wäre da nicht ein verlockendes Angebot gewesen:
Laros bot an, sich absofort unter die Flagge des Bündnisses zu stellen und die Straßen Glenumbras frei von Banditen zu halten, damit die Soldaten an der Front kämpfen konnten, wo sie gebraucht werden würden.
Dieses Angebot rettete ihn nicht nur den Hals, sondern brachte ihn auch bei seinem Leuten den Beinamen "Goldmähne" ein.
Damit wollten seine Männer wohl an die "Mähne" der Kahjiit anlehnen, welche dort als symbolischer Anführer gilt. Doch Laros, der mit seinem eigenen Volk nie etwas zu tun hatte, hat sich bei diesem Namen nie etwas gedacht.

Mit der Zeit entwickelte er Gefallen daran, legal die Straßen zu säubern, und empfand das Bündnis zunehmend mehr als eine Art Retter, welchen er sein Leben zu verdanken hatte.
Als die Dienste nicht länger gebraucht wurden und man schon reich an Jahren war, ging man einem einfachen Söldner-Leben nach, womit man sich über Wasser halten konnte. Ab da wurde die Gruppe immer wieder und wieder verändert. Leute kamen, Leute gingen, Leute starben... so baute Laros auch gar keine großen Bindungen mehr zu den Leuten auf, die man für seine Missionen sammelte.
Bis zu jenem Tag, wo man in eine alte Dwemerruine geschickt wurde, um ein Relikt zu bergen. Ein junger Arzt, welcher sich der Mission anschloss, konnte seine Neugier nicht zügeln und brachte mit mangelnder Vorsicht die Ruinen zum Einsturz.

Er entkam, doch Laros saß noch tagelang in den Ruinen fest und musste mit ansehen, wie jene, die nicht durch den Einsturz starben, von den Verteidigungsanlagen der Dwemer getötet wurden.
Mit aller Kraft befreite sich der alte Khajiit letzendlich aus der Ruine und setzte dem Entkommenen nach, bis zu einem Dorf in der Schnittermark.

Als man dort ankam, war man überrascht zum ersten mal unter so vielen Khajiit zu sein und man spielte sogar mit dem Gedanken, sich endlich zur Ruhe zu setzen... bis man merkte, dass der Ruhestand nichts für ihn ist und man sich entschloss das Söldner-Leben wieder aufzugreifen.

So reiste man eines Tages ab.
Natürlich nicht, ohne vorher noch einmal, in guter alter
Banditen-Manier, ein wenig Schaden anzurichten. So trampelte man beispielsweise noch einmal über die fruchtbaren Mondzuckerfelder, oder erleichterte sich am zentralen Baum des Dorfes.
Darin fand er die Bestätigung, dass er, selbst nach all diesen Jahren, immer noch im Herzen ein Bandit sein muss.
An jenem Tage schloss sich auch Raviah seiner Reise an.

Er wollte zurück in die alte Heimat, nach Glenumbra. Dort wollte man eine Gruppe um sich scharen und so nahm man ein Schiff von Velynhafen nach Himmelswacht. Da verbrachte man einige Tage, um die Überfahrt vom Gebiet des Dominions hinüber ins Gebiet des Bündnisses zu planen und zu organisieren.
Himmelswacht war auch jener Ort, wo sich Clara und Marius der Gruppe anschlossen.
Letzendlich schaffte man es, mit ein wenig Handel und Schmiergeld, ein Schiff der Kriegergilde zu überreden, sie nach Dolchsturz mitzunehmen.
In Dolchsturz angelangt fühlte sich Laros auch gleich wieder um einige Jahre jünger. Zurück in der Heimat und mit drei Gefährten, die ihm den Rücken stärken würden, gründete man schließlich die
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